Weltgesundheitstag - was hat das mit Trauer zu tun?
Trauer ist keine Krankheit, sie kann aber krank machen. – wenn Mensch sich nicht darum kümmern kann/darf.
Meine persönliche Geschichte dazu…
Ich erlebte in drei Jahren drei familiäre Todesfälle, der Zusammenbruch beim Tod meiner Schwester war am heftigsten. Meinen psychischen und physischen Schmerzen folgten die Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Lebensverleider, Rückzug, emotionale Ausbrüche und mehrere Blackouts.
Ich haderte mit meinem Lebenssinn und stellte meine Zukunft in Frage, es dauerte Wochen, bis ich mich selbstbestimmt für das (weiter) Leben entscheiden konnte.
Zur Umsetzung meines Entscheides „ich will weiter Leben“ setzte ich in meinem Handy einen Termin mit verschiedenen Aufgaben. Diesen Termin habe ich jeden Tag nach Erledigung auf den Folgetag geschoben. Die Aufgaben waren Wasser trinken, Apfel essen, Bewegung, frische Luft und bewusste Trauerzeit tönt einfach, waren aber in meiner Trauerkrise ein täglicher Kraftakt.
Erst nach mehreren Monaten konnte ich die tägliche Aufgabe „Überleben“ mit der Aufgabe „zurück ins Leben“ ersetzen.
Ich gab mir kleine Aufgabe, die mich nach und nach ins soziale Leben zurückführten. Die gesellschaftlichen Aktivitäten aufbauen und meinen Rückzug abbauen, das empfand ich anstrengend, die sozialen Begegnungen in all ihren Energien führten mich immer wieder in eine Überforderung. Durch die physisch und psychisch intensiv erlebte Trauer war mein Nervensystem und Empfinden noch stark beansprucht, es war ein tägliches Training mein Wahrnehmungssystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Aus dieser Erfahrung weiss ich, wie schwer der Kampf mit der Trauer sein kann, damit sie sich nicht in Krankheit wandelt. Es wäre an der Zeit, dass Trauerbegleitung als Prävention anerkannt und von dieser (mit-)finanziert wird.
07.04.2026