Was ich dir noch sagen möchte
Kein Leben ist lange genug, alles zu sagen, was es zu sagen gibt.
Wenn Menschen plötzlich sterben.
Wenn Menschen nach dem Tschüss nicht mehr nach Hause kommen.
Wenn Menschen von Reisen nicht zurückkehren.
Wenn Menschen, warum auch immer, getötet werden.
Wenn Menschen im Unfall und durch anderes Versagen tödlich verletzt werden.
Wenn Menschen sich durch Suizid für ihr Lebensende entscheiden.
In allen diesen Trauermomenten ist der Abschied einseitig, die Tür ist geschlossen, auf Erden gibt es keine menschliche Begegnung mehr.
Wie sagt man Tschüss, wenn es keinen Abschied gibt?
Wie sagt man «ich liebe dich!», wenn Herzen nicht mehr schlagen?
Wie sagt man «Excüse!», wenn dem Streit und der Aussprache der Tod dazwischenkommt?
Wie sagt man all das, was immer aufgeschoben wurde und es nun keine Zeit mehr dafür gibt?
Wir wissen nicht, wo unsere Seele hingeht, wenn wird unsere Menschlichkeit verlassen, wir dürfen aber hoffen, dass unsere Worte im Brief, Tagebuch, Stille, Gedanken, Gesang und Selbstgespräch irgendwo gehört und ankommen werden.
In Situationen wie diesen wird Trauer häufig als Blockade erlebt, sie hat keinen Platz, weil der Tod so unrealistisch scheint. Der Leere und dem Unfassbaren gegenüber zu treten braucht nicht nur Kraft, sondern auch Zeit. Gehe in kleinen Schritten, wenig Minuten bewusster Ruhe an deinem Wohlfühlort, ein tägliches Post-it mit einem Wort oder anders auf deine Art, wie es für dich stimmt.
Ich wünsche dir, dass zu dir findet, was du gerade brauchst.
24.02.2026